- Tag 01 :
Lhasa
Ankunft in Lhasa. Begrüßung
bei der Ankunft in Lhasa. Sie sollten den Rat Ihres Reiseleiters befolgen
und sich ausruhen, speziell wenn Sie mit dem Flugzeug gekommen sind,
denn an 3.680 Höhenmeter muss man sich erst gewöhnen.
Übernachtung in Lhasa.
- Tag 02 :
Besichtigungen in Lhasa.
JOKHANG TEMPEL, das "Haus des Herrn": Der Jokhang ist nicht
nur das religiöse Zentrum von Lhasa, sondern auch der höchstverehrte
Tempel im gesamten tibetischen Kulturbereich und einer der Höhepunkte
einer jeden Tibetreise. Im Tempelführer, den der 05. Dalai Lama herausgegeben
hat, heißt es: "Wenn man dieses Tempelkloster mit all den Kultobjekten
darin einmal sieht, wird die Gefahr einer schlimmen Wiedergeburt beseitigt.
Wenn man es zweimal sieht, erlangt man die Verkörperung als Deva oder
Mensch und kann die Erlösung erreichen. Wenn man es dreimal sieht,
tilgt man die drei schlimmsten Gifte aus der Seele." Die Gründung
des Klosters geht zurück auf das 6. Jahrhundert und unter dem 5. Dalai
Lama im 17. Jahrhundert erhielt der Jokhang sein heutiges Aussehen
mit neuer Eingangsfront und vier vergoldeten Kupferdächern. Nur einige
Holzschnitzereien an den Eingängen zu den Kapellen, auf einigen Pfeilern
und an den Enden einiger Träger stammen noch aus dem 7. Jahrhundert.
Anlässlich des Monlam 1927 soll ein mongolischer Lama aus Sera das
Rad der Lehre mit den Gazellen und die beiden vergoldeten Siegesbanner
auf dem Dach gespendet haben. Etwa 70 Mönche betreuen heute das Heiligtum.
Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Massen der Pilger zu beaufsichtigen
und die Spenden entgegenzunehmen.
PARKHOR MARKT, wo das alte Tibet lebt: Es sind die großen Patrizieranwesen,
die sich aus massiven Granitsteinen zu dreistöckigen burgenartigen
Gebäuden erheben. Die Adligen und andere Würdenträger, die in den
Anwesen residieren, lassen ihre Handelsgeschäfte durch Agenten mit
ihren Verkaufsständen erledigen, damit sie sich "den wichtigen
Dingen des Lebens" widmen können. Die Handelsbeziehungen zahlreicher
Kaufleute aus Lhasa reichen weit über die Grenzen Tibets hinaus bis
China, Indien, Vorderasien und Turkestan. Die Hauptmasse der auf dem
Markt verhandelten chinesischen und japanischen Waren kommt heute
auf dem Seeweg über Singapur und Kalkutta (Kolkata). Da die Männer
viel unterwegs sind, liegt fast der gesamte Kleinhandel in den Händen
der Frauen, die es dann auch meisterhaft verstehen, ihren Rosenkranz
abwechseln als Gebetsschnur oder Rechenmaschine zu benutzen und dem
wirtschaftlichen Leben der tibetischen Hauptstadt eine eigene Note
zu verleihen. Auf der Parkhorstraße kann man so ungefähr alles kaufen,
was das Herz begehrt. Neben japanischen Dutzendwaren gibt es Wolle,
Seiden, Brokat- und Pulostoffe, Teppiche, Pelze, Medizinkräuter, Moschusstoff,
alle Arten Lebensmittel, chinesische Delikatessen, Gold- und Silberarbeiten,
Gebetsmühlen, Rosenkränze, Butterlampen, Schwerter, Dolche, parfümierte
Seifen, Whisky, Creme de Menthe - und selbst deutsches Exportbier
der Schlüsselbrauerei zu Bremen. Die Geschäfte vollziehen sich stets
in einem ruhigen und gemächlichen Tempo. Oft sieht man achtbare Geschäftsfrauen,
die sich die Köpfe gegenseitig in den Schoß legen und sich stundenlang
zu wechselseitiger Jagd und Körperpflege zusammenfinden. Der heilige
Parkhor ist also nicht nur Stätte emsiger handwerklicher Betätigung,
sondern zugleich auch des intimeren Familienlebens der einfachen Bevölkerungsschichten.
DREPUNG, der "Reishaufen": Neun Kilometer westlich von Lhasa
liegt in einem felsigen Tal nach Norden hin Drepung, das 1416 von
Jamyang Chöje (1379-1449), einem der beiden Lieblingsschüler Tsongkapas
gegründet und von diesem selbst eingeweiht wurde. Drepung bedeutet
"Reishaufen" nach einem Kloster in Südindien, manche erklären
den Namen aber auch mit den viele weiß gekalkten Gebäuden. In der
ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Anlage unter dem 5. Dalai
Lama vergrößert; er regierte von Drepung aus, während der Potala im
Bau was. Viele hohe Lamas studierten hier, darunter z. B. Jamyang
Zhepa, der Gründer von Kloster Labrang im osttibetischen Amdo. Drepung
war das größte und reichste Kloster von Tibet. Vor 1959 wird die Zahl
der Mönche mit ca. 8.000 angegeben, davon 400 Geshes und 50 Inkarnationen.
Bei der Geshe-Prüfung des 14. Dalai Lama zählte man bereits 9.980
Mönche. Der Abt (Tripa Khenpo) war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten,
und während des Monlam-Festes in Lhasa wurde zwei Mönchen aus Drepung
für 21 Tage die Verwaltung der Stadt übertragen. Drepung nahm dank
seiner riesigen Ländereien viele Steuern ein, 300 kleinere Klöster
unterstanden seiner Oberhoheit. 1959 flohen etwa 3.000 Mönche nach
Indien, die übrigen gingen zurück in ihre Dörfer. Drepung hat während
der Kulturrevolution relativ wenige Zerstörungen erlitten. Seit 1980
ist das Kloster wieder in Betrieb (etwa 500 Mönche). Haupteinnahmequelle
ist neben den Spenden der immer zahlreicher werdenden Pilger ein Obstgarten.
Übernachtung in Lhasa.
- Tag 03 :
Besichtigungen in Lhasa.
POTALA PALAST, Symbol der Macht: Auch wer den Potala nur von Bildern
kennt, ist überwältigt von diesem mächtigen Bauwerk, dem Symbol weltlicher
und geistlicher Macht. Die Ausgewogenheit in Farbe, Form und Proportionen,
die Monumentalität und die Ausnützung der natürlichen Gegebenheiten
lassen den Betrachter nur staunen. Pilger errichteten an der Stelle,
vor der sie zum ersten Mal nach oft monatelangen Wanderungen seine
goldenen Dächer leuchten sahen, Steinberge und warfen sich zu Boden.
Der französische Missionar Abbé Huc schrieb 1846: "Der Palast
des Tale Lama verdient seinen über alle Welt verbreiteten Ruhm. Er
führt den Namen Buddha La, das heißt Buddha-Berg. Auf einem gewaltigen,
von der Natur gebauten Sockel haben die Verehrer des Tale Lama einen
prachtvollen Palast errichtet, in demselben residiert die Fleisch
gewordene, lebendige Gottheit - Von diesem Heiligtum übersieht weit
und breit die Gegend und blickt an hohen Festtagen auf die unzähligen
Scharen der Andächtigen, welche aus der Ebene heranziehen und am Fuße
des heiligen Berges sich zu Boden werfen. Lah Ssa bis Buddha La führen
zwei herrliche Baumgänge. In ihnen sieht man täglich viele fremde
Pilger ihrer buddhistischen Rosenkranz beten, und Lamas vom Hofe in
prächtiger Tracht auf reich angeschirrten Pferden reiten." 1645
begann der 5. Dalai Lama den Bau des heutigen Potala als Manifestation
der neuen Macht der Gelben Kirche. 1653 war der elfstöckige Weiße
Palast (Potrang Karpo) fertig, und der Gottkönig übersiedelte vom
Kloster Drepung dorthin. Als 1682 der "Große Fünfte" starb,
hielt der Regent Desi Sangye Gyatso (1653-1705) den Tod geheim, um
den Weiterbau nicht zu gefährden, denn nur die Verehrung, die die
Menschen dem Dalai Lama entgegenbrachten, ließ sie ihre harte Arbeit
widerspruchslos hinnehmen. Einzig der Kammerdiener und ein Mönch,
der ihm ähnlich sah und bei den Zeremonien seine Rolle spielte, waren
informiert. Als der Schwindel 1694 (zwölf Jahre später!) aufflog,
waren der dreizehnstöckige Rote Palast (Potrang Marpo) und auch die
Grabkapelle des "Großen Fünften" fertig. 1959 während des
tibetischen Aufstandes wurde auch der Potala mit Artillerie beschossen,
aber nur wenig beschädigt. In der Zeit der Kulturrevolution stand
der Potala unter dem persönlichen Schutz von Zhou Enlai. Reguläre
Truppen schützten ihn vor den Roten Garden. Im Sommer 1994 wurde eine
fünfjährige, von Beijing finanzierte Restaurierungsphase beendet.
Gemälde wurden mit einer Schicht aus farblosem Lack überzogen, elektrisches
Licht wurde installiert. Schon die Zahlen beeindrucken: Der Potala
ist etwa 400 m lang (O-W) und bis zu 117 m hoch; er bedeckt 130.000
Quadratmeter Fläche, (das entspricht etwa der Wohnfläche von 1.000
durchschnittlichen Einfamilienhäusern in Westeuropa); 15.000 Säulen
tragen die Decken. Die leicht nach innen geneigten Mauern, die direkt
aus dem Felsen zu wachsen scheinen, sind unten bis zu 5 Meter stark,
oben noch zwei Meter. Baumaterialien sind Steine, Holz und Mörtel.
Man goss flüssiges Kupfer in die Fundamente, um die Erdbebensicherheit
zu vergrößern.
SERA, der "Wildrosenhof": Sera ist die jüngste, der "drei
Säulen der Gelben Kirche", es wurde erst 1419 gebaut, im Todesjahr
von Tsongkapa. Gründer war sein Schüler Jamchen Chöje oder Sakye Yeshe
(1355-1435). Dieser gelehrte Mönch besuchte als Vertreter Tsongkapas
dreimal den Ming-Kaiser in China. Daher bestand zwischen Sera und
China eine besondere Beziehung. Sera liegt am Fuß der Berge, fünf
Kilometer nördlich von Lhasa, unterhalb einer Einsiedelei (Sera Utse),
in der Tsongkapa einige Jahre verbraucht hat. Jahrhunderte lang war
Sera berühmt für die Gelehrsamkeit seiner Mönche, aber auch gefürchtet
wegen der Rauflust einer Gruppe von Laienbrüdern (Dob-Dob), die schwere
körperliche Arbeiten verrichteten und eine Art Mönchspolizei bildeten.
Von Adligen wurden Sie als Leibwachen engagiert.
NORBULINGKA, der "Edelsteingarten": Ungefähr 3 km westlich
des Potala liegt der Sommerpalast des Dalai Lama, genannt der "Edelsteingarten",
in einem 360.000 qm großen Park mit schönen Bäumen. Der 7. Dalai Lama
errichtete 1755 die ältesten Teile der Anlage. Seither wurde sie von
allen Gottkönigen als Sommerresidenz benutzt. Für die Bevölkerung
von Lhasa war der prachtvolle Umzug vom Potala zum Norbulingka am
18. Tag des dritten Mondmonats ein viel bestauntes Schauspiel. Die
Häuser waren mit Flaggen geschmückt, alle 30 m befand sich ein Weihrauchfass.
Die meisten Gebäude des Sommerpalastes wurden während der Regierung
des 13. und des 14. Dalai Lama gebaut. Vom Norbulingka flüchtete Tenzin
Gyatso am 17. März 1959. Bei der anschließenden Beschießung mit Artillerie
durch die Chinesen wurde viel zerstört, ebenso während der Kulturrevolution.
Der restaurierte "Edelsteingarten" heißt nun Volkspark und
ist täglich geöffnet. Auch vor 1959 war der Park allen zugänglich.
Nur was sich hinter der hohen, gelben Mauer des Privatgartens abspielte,
blieb ein Geheimnis.
Übernachtung in Lhasa.
- Tag 04 :
Lhasa - Gyantse
Reise über Land nach Gyantse. An der Strecke traumhafter Ausblick
auf Tibets schönsten See, den türkisblauen Yamdrok Yamtso (Yamdrok
bedeutet Jade, 4.482 m Meereshöhe, 180 qkm) in der Form einer Orchidee
oder eines Skorpions. Eisbedeckte Gipfel bilden die Kulisse: im Westen
der 7190 Meter hohe Nayun Kang, im Süden der 7.554 Meter hohe Kula
Kangri, Bhutans höchster Berg. Hier fand 1904 das letzte Gefecht zwischen
den britischen Truppen von Colonel Younghusband und den Tibetern statt.
Der Yamdrok Yamtso gehört mit dem Lhamo Lhatso,
dem Nam Tso und dem Manasarovar zu den vier heiligen Seen Tibets.
GYANTSE: Der "Königliche Gipfel" (3.950 m, 20.000 Einwohner,
ca. 260 km von Lhasa), war einst Tibets drittwichtigste Stadt am Kreuzungspunkt
der bedeutendsten Handelsstraßen von Nepal, Indien und Bhutan nach
Lhasa. Ein hoher Felsrücken mit der Burgruine teilt Gyantse in zwei
Bezirke. Im Westen breitet sich der große Klosterkomplex und ein Teil
der Altstadt mit der breiten Marktstraße aus, im Osten liegt der kleinere
Altstadtteil (meist Bauernhäuser). Die neuen Bauten der Chinesen bilden
einen Ring um die tibetische Stadt. Mehr als in anderen
Städten hat sich in Gyantse das alte Tibet mit seinen geweißten Häusern
und den farbigen Fensterverkleidungen erhalten. Die Marktstraße zum
Palkhor-Kloster (Dzongdun Lam) mit den Geschäften ist heute eines
der schönsten Ensembles des Landes. Jahrhunderte lang war Gyantse
Tibets Zentrum für Wollwaren und Webarbeiten (1954 arbeiteten 80 Prozent
der Einwohner in diesem Gewerbe) und Ausgangspunkt für den Export
von Schaf- und Yak-Wolle nach Nepal und später, im 20. Jahrhundert,
nach der Younghusband-Expedition, auch nach Indien. Seit der Schließung
der Grenzen 1959 hat Gyantse seine Bedeutung verloren, nur eine
Teppichweberei (Gyantse County Rug Factory) im östlichen Teil der
Stadt nahe der Burg erinnert noch an die alte Tradition.
PALKHOR-KLOSTER: Der Klosterbezirk Palkhor oder Palkhor Chöde aus
dem 14. und 15. Jahrhundert am Ende der Marktstraße wirkt wie ein
Gegengewicht zum Dzong. Palkhor war keine Klosterstadt in der Art
von Tashilunpo oder Drepung. Palkhor war ein ökumenisches Zentrum.
Innerhalb einer starken Mauer gruppierten sich neben dem Tsuklakhang
und dem Kumbum-Chorten 15 kleine Klöster der verschiedenen tibetischen
Sekten (9 Gelugpa, 3 Sakyapa, 3 Shalupa). Einmalig für Tibet ist,
dass in Gyantse auch die nicht reformierten Orden der Rotmützen noch
bis ins 20. Jahrhundert unterhalten werden durften und dass besondere
Festlichkeiten gemeinsam im Tsuklakhang
begangen wurden. Allerdings hatten die Gelbmützen das Übergewicht,
und ein von Lhasa berufener Abt bildete die höchste Autorität. Im
18. Jahrhundert sollen dort 3.000 Mönche gelebt haben, später waren
es um die 800.
Übernachtung in Gyantse.
- Tag 05 :
Gyantse - Shigatse
Weiterreise nach Shigatse. Besichtigungen an der Strecke.
TASHILINPO, der Segensberg: Er liegt am Südhang des Dromari (Tara-Berg)
am westlichen Ende von Shigatse. Mit rund 600 Mönchen, davon sogar
100 Novizen, ist Tashilunpo heute das Kloster Tibets mit den meisten
religiösen Aktivitäten. Hunderte von Pilgern aus allen Landesteilen
und manche aus Nepal ziehen täglich mit Opfergaben durch die heiligen
Räume. Das Kloster wurde 1447 von Gedundup, dem späteren 1. Dalai
Lama, einem Neffen und Schüler Tsongkapas, gegründet. Gedundup ist
auch dort begraben. Doch trotz dieses bedeutenden Gelbmützenklosters
blieb die Provinz Tsang damals fest in den Händen der nicht
reformierten Rotmützen, und die Äbte mussten mehrmals nach Lhasa fliehen.
Erst nachdem der "Grosse Fünfte" die weltliche Macht in
Tibet übernommen hatte, wurde der Einfluss der Rotmützen gebrochen.
Lobsang Chökyi Gyaltsen (1570-1662) erhielt vom 5. Dalai Lama den
Titel Panchen Rinpoche (vierter!). Seine drei Vorgänger wurden posthum
zu Panchen Lamas, einer Inkarnation des Buddha Amitabha. Das Kloster
wurde unter dem 4., 5. und 6. Panchen Lama bedeutend erweitert. Das
Jahr 1791 brachte einen Rückschlag: Die Gurkhasoldaten des nepalesischen
Königs fielen in Westtibet ein und plünderten auch das Kloster. Chinesischen
Truppen gelang es, sie wieder zurückzuschlagen. Sven Hedin berichtet
1907 von 3.700 Mönchen. Tashilunpo war wie die drei Säulen der Gelben
Kirche - Ganden, Drepung und Sera - organisiert. Die Äbte der vier
Fakultäten leiteten nach dem Tod eines Panchen Lama die Suche nach
seiner Inkarnation, einer von ihnen wurde jeweils vom Dalai Lama zum
Gouverneur von Tsang bestellt. An die 500 kleinere Klöster gehörten
früher zum Einflussbereich des Panchen Lama, darunter so berühmte
wie Yonghehong in Beijing ("Lamatempel") und Filialen in
Chengdu und Gyantse. Besuch eines örtlichen Marktes.
Übernachtung in Shigatse.
- Tag 06 :
Anreise zum Kailash über die Südroute
Shigatse - Saga
Die Südroute führt von Lhasa über Lhatse, Raka, Saga und Zhongba zum
Kailash (1.320 km). Es ist die kürzeste Strecke von Lhasa aus. Die
Südroute verläuft entlang des Yarlung Tsangpo in der Indus-Tsangpo-Satur,
der großen tektonischen Störzone, entlang der die indische Kontinentalplatte
auf Euroasien stößt. Die Straße ist in weiten Bereichen sehr sandig
und wird während der Monsunzeit auch häufig überschwemmt. Die Strecke
bietet bei gutem Wetter, vor allem im Herbst, Aussichten auf den Himalaya
Hauptkamm, zum Beispiel den Annapurna und den Dhaulagiri. Der Xinjiang-Tibet-Highway
ist sehr einsam, größtenteils mit schlechter Pistenoberfläche und
oft sehr staubig. Versorgungs- und Übernachtungsmöglichkeiten in wenigen
kleinen Orten. Entlang des Highway lassen sich typische Wildtiere
des Hochlandes beobachten, Tibetantilopen, Gazellen und Kiang. Für
den geologisch Interessierten bietet diese Strecke viele beeindruckende
Landschaften, zum Beispiel mächtige Schotterbänke und bizarr gefaltete
Gesteinsformationen. Fahrt von Shigatse nach Saga. Etwa 80 Prozent
aller Tibeter leben als Bauern, die für Landwirtschaft geeignete Fläche
beträgt allerdings nur etwa 30 Prozent der Fläche Tibets. Es handelt
sich um Regionen, die in Flußnähe auf relativ geringer Höhe liegen,
im Durchschnitt aber immer noch auf 3.500 Meter. Die höchstgelegenen
Anbaufelder für Sommergerste liegen in der Nähe von Saga auf 4.750
Meter mit einer Vegetationszeit von 120 Tagen. Die tibetischen Bauern
bauen Gerste, Weizen, Buchweizen, Mais, Senf, Hirse, Sesam und Reis
an. Die traditionell angebauten Gemüsearten sind verschiedene Kohlsorten,
Salat, Wurzelgemüse (Rettich, Karotten), Spinat, Bohnen, Erbsen, Tomaten,
Kürbis und seit etwa 200 Jahren auch Kartoffeln.
Übernachtung in Saga.
- Tag 07 :
- Tag 08 :
Paryang - Manasarovar See
Weiterreise zum Manasarovar See. Der Manasarovar See, für die Tibeter
„die Perle aller Seen“, ist ein Süßwassersee etwa 30 km südlich des
Kailash. Der See liegt auf 4.588 Meter, hat eine Fläche von 412 Quadratkilometern
und ist 81 Meter tief. Auch der Manasarovar See ist eine Pilgerstätte
für Buddhisten und Hindus. Mahatma Ghandis Asche wurde teilweise über
den Manasarovar See verstreut. Ein Pilgerweg führt um den See herum,
die Runde ist etwa 100 Kilometer lang und dauert vier bis fünf Tage.
- Tag 09 :
Manasarovar See - Darchen
Morgens Besuch des Manasarovar Sees und einer heißen Quelle. Fahrt
zum 30 Kilometer entfernten Darchen, dem Ausgangspunkt zur Umrundung
(Kora) des Kailash.
Übernachtung in Darchen.
- Tag 10 :
Die Kora um den Kailash
Die Kora ist der etwa 52 Kilometer lange Pilgerweg rund um den Mount
Kailash. Anhänger des Buddhismus pilgern im Uhrzeigersinn um diesen
heiligen Berg, die der alten Bön-Religion andersrum. Einige tibetische
Pilger laufen die Runde innerhalb eines Tages. Die meisten Tibeter
wollen den Berg dreimal bei einer Pilgerfahrt umrunden. Es gibt auf
der Kora drei Möglichkeiten für eine Übernachtung in einer festen
Unterkunft, nämlich in den Klöstern Choku Gompa, Drirapuk Gompa und
Zutrulpuk Gompa, ansonsten kann man zelten. Für Touristen ist die
Kora in 3 Tagen empfohlen.
Darchen - Drirapuk
Gompa
Am ersten Tag passiert man Darpoche, den Ort an dem jährlich im Mai/Juni
das Saka-Dawa-Fest zu Ehren der Geburt, der Erleuchtung und des Todes
Buddhas abgehalten wird. Das Fest, bei dem eine lange mit Gebetsfahnen
geschmückte Stange aufgestellt und dekoriert wird, eröffnet die Pilgersaison.
Das erste Kloster auf der Kora ist Choku Gompa aus dem 13. Jahrhundert.
Es wurde in den 1980er Jahren restauriert. In einem angeschlossenen
Gästehaus kann man in Gemeinschaftsräumen auch übernachten. Von hier
hat man bei guter Sicht eine spektakuläre Sicht auf die Südflanke
Kailash. Zwischen Choku Gompa und Drirapuk Gompa liegt Tamdrin Dronkhang,
ein Ort, der einem pferdeköpfigen Gott gewidmet ist. Es gibt steinerne
Fußabdrücke von Buddha zu sehen. Drirapuk Gompa ist das zweite Kloster
auf der Kora, das ebenfalls im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Übernachtung
in einem Guesthouse.
- Tag 11 :
Drirapuk Gompa - Zutrulpuk Gompa
An diesem Tag wird der höchste Punkt der Kora, der Dolma La (5.630
Meter) überquert. Wer nach dem Abstieg vom Pass im Flussbett des Zhong
Chu am östlichen Ufer läuft, hat die Möglichkeit, den Kailash zu sehen.
Das dritte Kloster, Zutrulpuk Gompa, wurde um eine Höhle herum gebaut,
laut Legende vom Gott Milarepa, der dort meditiert haben soll. Übernachtung
in einem Guesthouse.
- Tag 12 :
Zutrulpuk Gompa - Darchen
Die Etappe Zutrulpuk Gompa - Darchen beendet die Runde. Eine Kora
wäscht die Sünden einer ganzen Lebensspanne ab, nach 13 Umrundungen
öffnet sich dem Pilger der Zugang in den inneren Bereich des Kang
Ringpoche. Die innere Kora darf somit erst nach dreizehn erfolgreichen
äußeren Umrundungen begangen werden. Entlang beider Pilgerwege stehen
unzählige Chörten (Stupas), Manisteinhaufen (Manimauern) und Lhatos
(Geisterhäuschen). Die mit Gebetsfähnchen und Seidenschals (Katas)
geschmückten Tara-Steinhaufen (Oovos) auf erhabenen Plätzen und Bergpässen
müssen von den Pilgern dreimal im Uhrzeigersinn umrundet werden. Vier
solche erhabenen Plätze entlang der äußeren Kora sind an solchen Stellen,
von denen aus der Kailash besonders gut zu sehen ist.
Übernachtung in Darchen.
- Tag 13 :
Darchen - Königreich Guge
Zwischen der westtibetischen Stadt Ali und dem Gebiet des Kailash
liegen ungefähr 350 staubige und holprige Pistenkilometer. Die erste
größere Siedlung nach Darchen ist Montser, in dessen Nähe auch heiße
Quellen existieren. Nach einem Paß mit etwa 4.930 Meter Höhe erreicht
man das Tal des Gar Tsangpo. Schon bald nach diesem Paß, etwa 90 Kilometer
nach Darchen, führt eine Piste nach links. Über einen weiteren Paß
(über 5.000 Meter) gelangt man zur tibetischen Siedlung Toling (chinesisch
Zanda). Toling liegt im Tal des Sutlej (tibetisch Langchen Tsangpo),
im Zentrum des einstigen westtibetischen Königreiches Guge und des
mythischen Bön-Gebietes Tsang Chung. Die Frühzeit des Königreiches
Guge ist eng mit den Wirren um die Etablierung des Buddhismus in Tibet
verbunden. Zur Zeit des tibetischen Königs Langdarma im 9. Jahrhundert
wurde die langsam sich verbreitende buddhistische Religion wieder
verfolgt, und die frühere Bön-Religion erfuhr eine Renaissance. Doch
Langdarma wurde von einem buddhistischen Einsiedler ermordet, worauf
Tibet für etwa 150 Jahre in viele kleine sich bekämpfende Herrschaftsgebiete
zerfiel. Nachkommen des einstigen Königs Langdarma errichteten im
westtibetischen Guge ein neues Königreich und verhalfen dem Buddhismus
zu einer neuen und diesmal dauerhaften Etablierung in ganz Tibet,
der ersten goldenen Epoche buddhistischer Kunst und Lehre. Neben Guge
gab es noch eine Reihe weiterer Täler des westlichen Himalaya, die
zu diesem Königreich gehörten, so auch das Tal des Spiti und das obere
Indus-Tal der Region um die Stadt Leh (Ladakh). Doch auch dieses Reich
zerfiel nach und nach bis zum 13. Jahrhundert wieder in kleinere Teilstaaten.
Erst Anfang des 17. Jahrhunderts blühte das Königreich erneut auf,
im zweiten goldenen Zeitalter von Guge, und schenkte der Nachwelt
die bis heute erhaltenen unvergleichlichen Meisterwerke der westtibetischen
Kunst.
Übernachtung in einem Guesthouse.
- Tag 14 :
Königreich Guge
Besichtigungen in den Hochtälern und Besuch der ausgedehnten Höhlenanlagen,
in denen viele farbenprächtige buddhistische Wandmalereien und Statuen
von Buddhas und Bodhisattvas zu sehen sind, viele davon wurden auch
in den letzten beiden Jahrzehnten wieder restauriert.
Übernachtung in einem Guesthouse.
- Tag 15 :
- Tag 16:
Tag 17 :
Saga - Shigatse
Heute führt die Fahrt weiter nach Shigatse und nach den anstrengenden
Pisten und Etappen erreicht man wieder eine Stadt mit entsprechenden
Möglichkeiten.
Übernachtung im Hotel in Shigatse.
- Tag 18 :
Shigatse - Lhasa
Die Reise geht ihrem Ende zu. Am späten Nachmittag erreichen Sie Lhasa.
Übernachtung in Lhasa.
- Tag 19 :
Lhasa - Abreise
Aufenthalt in Lhasa bis zum Mittag. Transfer zum Flughafen rechtzeitig
zum Abflug am Nachmittag
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